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WNA Wirtschaft Neckar-Alb Artikel Ausgabe Februar / März 2026

Ein Artikel-Ausschnitt aus der WNA Zeitschrift (Wirtschaft Neckar-Alb) Ausgabe Februar / März 2026:

(Zum kompletten Artikel: Beschäftigte übernehmen Betriebe: „Ihr macht das dann!“ | IHK Reutlingen)

"Das schaffen wir auch“ 
Auch Hinrichs Teehus in Tübingen ist inzwischen das zweite Jahr in neuen Händen. Als die Vorbesitzerin aus Altersgründen kürzertreten wollte, übernahmen ihre Mitarbeiterinnen Antje Schauer und Anja Mildner gemeinsam das Geschäft in der Froschgasse. „Das hat sich über Jahre hinweg angebahnt. Wann immer sie über ihren Ruhestand nachdachte, sagte unsere Chefin: Ihr macht das dann!“, erinnert sich Antje Schauer. „Dass wir uns das tatsächlich zutrauen, haben wir aber erst viel später gemerkt.“ 


Die Nachfolge hat sich über Jahre hinweg angebahnt

Antje Schauer

 

Der Impuls, der die Entscheidung herbeiführte, kam allerdings aus einer unerwarteten Richtung – von den Mitbewerbern. „Zunächst wurde die Nachfolge für das Teehus über verschiedene Plattformen öffentlich ausgeschrieben. Als wir gemerkt haben, wie viele der Leute, die sich daraufhin gemeldet haben, gar nicht in der Materie drin waren, haben wir uns dann zum ersten Mal gesagt: Wenn die sich den Laden zutrauen, schaffen wir das auch“, berichtet Schauer. „Anja ist der kreative Kopf, der vom Geschirr bis zu den Geschenken die Hardware auswählt. Ich bin für unser Teesortiment zuständig. Da wir beide jedoch nicht über das notwendige kaufmännische Wissen verfügen, war es eine glückliche Fügung, dass wir hierfür Ioannis Skouras als dritten Teilhaber gewinnen konnten.“

Die letzte Hürde: die Finanzierung

Im Mai 2024 sollte es dann so weit sein, doch bevor die Übergabe finalisiert werden konnte, gab es noch ein letztes Hindernis zu überwinden: die Finanzierung. „Die Konditionen der Banken waren absolut ernüchternd“, berichtet Antje Schauer. „Allein damit hätten wir die Nachfolge nicht antreten können.“ Doch innerhalb kürzester Zeit war eine andere Lösung gefunden: Freunde und Familie boten den angehenden Geschäftsführerinnen den nötigen finanziellen Rückhalt. „Das war keine schöne Situation“, bilanziert Antje Schauer. „Aber dass sofort so viele Menschen zur Stelle waren, die gesagt haben: ‚Wir wissen, dass ihr das schafft‘. Das ist doch der größtmögliche Vertrauensbeweis.“ 

(Dieser Artikel erschien in der WNA-Ausgabe 2+3/2026.)